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IEC30134: Die Rettung für den PUE-Faktor?

Wird die Einführung der neuen Norm den PUE-Faktor zu einer tatsächlich nützlichen Kennzahl für die Energieeffizienz von Rechenzentren machen, oder hat der Missbrauch des Faktors zum Stützen von Marketingversprechen seinen Ruf irreparabel beschädigt? Simon Feger, Produkt-Support-Manager bei Eaton, liefert fachkundige Einblicke in diese wichtige Fragestellung.

Bild: Eaton Industries GmbHBild: Eaton Industries GmbH

PUE (Power Usage Effectiveness) wurde 2006 vom Green-Grid-Konsortium entwickelt und eingeführt. Damit sollte eine nützliche und leicht verständliche Kennzahl für die Energieeffizienz von Rechenzentren geschaffen werden - mit der Absicht, zur Steigerung der Energieeffizienz beizutragen, indem eine schnelle und einfache Quantifizierung solcher Effizienzsteigerungen ermöglicht wurde. Tatsächlich hat der PUE-Faktor dieses Ziel durchaus erreicht: Seit seiner Einführung hat sich die allgemeine Energieeffizienz neuer Rechenzentren signifikant erhöht. Der PUE-Faktor bildet im Wesentlichen schlicht das Verhältnis der von einem Rechenzentrum insgesamt verbrauchten Energie zum Energieverbrauch seiner IT-Funktionen ab. Diese Einfachheit hat ihn so populär gemacht. Allerdings ist die Lösung nicht perfekt; die Schwächen der Kennzahl wurden nur allzu oft zum Untermauern übertrieben optimistischer Marketingversprechen ausgenutzt. Dies hat das Vertrauen in den PUE-Faktor untergraben, sodass diese Kennzahl bei vielen IT-Profis mittlerweile als diskreditiert und unzuverlässig gilt. Das ist zu bedauern, da sie bei ordnungsgemäßer Anwendung ohne Zweifel ein äußerst nützliches Hilfsmittel darstellt. Der Missbrauch der Kennzahl wurde möglich, weil die Verfahren zu ihrer Messung und Berechnung bis heute nicht definiert wurden. So konnten Unternehmen den PUE-Faktor unter optimalen Bedingungen bestimmen (oft als 'Design-PUE-Faktor' bezeichnet), anstatt unter realistischen Bedingungen beim normalen Betrieb des jeweiligen Rechenzentrums.

Eaton Industries GmbH

Dieser Artikel erschien in SCHALTSCHRANKBAU 5 2016 - 22.09.16.
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