Mensch-Maschine-Kommunikation in Industrie-4.0-Systemen

Die steigende Komplexität beherrschbar machen

Komplexe Fertigungsprozesse setzen intelligente Kommunikationsstrukturen voraus, die dem Anwender die relevanten Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitstellen. Dieser Kerngedanke des Zukunftsprojekts Industrie 4.0 vereinfacht sowohl die Anlagenbedienung als auch die Entscheidungsfindung. Anwendungsbeispiele aus der Produktion und dem Werkzeugbau veranschaulichen die Vorteile.

Bild: Phoenix Contact Deutschland GmbHBild: Phoenix Contact Deutschland GmbH
Die Maschinenbedienerin kommt an ihrem Arbeitsplatz drei Mal mit den produzierten Modulen in Kontakt.

Anlagen und Prozesse, die nicht digitalisiert und kommunikativ in das Unternehmensnetzwerk integriert sind, weisen eine geringe Flexibilität auf. Sind sie gemäß Industrie 4.0 aufgebaut, passen sich die Fertigungsabläufe, Betriebsmittel und Teilnehmer jedoch selbständig an neue Herausforderungen an. Die SPS lesen neue Informationen nun aktiv ein, verarbeiten sie und steuern die Herstellungsprozesse entsprechend.

Bild: Phoenix Contact Deutschland GmbHBild: Phoenix Contact Deutschland GmbH
Am Standort Bad Pyrmont werden Trennverstärker nach Industrie-4.0-Gesichtspunkten gefertigt.

Unerwartete Ereignisse führen weder zu Produktionsausfällen noch zu einer Verschlechterung der Qualität. Auf diese Weise lassen sich einerseits Produkte in Losgröße 1 zu den Kosten einer Massenfertigung herstellen. Auf der anderen Seite ist die Produktion durch eine Bestandsreduzierung oder einen kontinuierlichen Durchfluss wirtschaftlich organisiert. Das adaptive Verhalten macht die Fertigungssysteme darüber hinaus robust gegen Störgrößen jeder Art sowie flexibel im Hinblick auf eine größtmögliche Effizienz. Stellt sich die Frage, ob sich die gemäß Industrie 4.0 realisierten Prozesse für den Anwender komplexer gestalten? Dies ist nicht der Fall, denn die hohe Intelligenz und Lernfähigkeit des Systems sorgt dafür, dass ihm vorrangig die gerade erforderlichen Informationen angeboten werden. Der Anwender sieht also die Daten und Optionen, die er in der aktuellen Situation benötigt. Seine Erfahrungen bei der Umsetzung der Aufgaben sowie der Behebung von Störungen werden zudem ausgewertet, um die zukünftige Bereitstellung relevanter Informationen weiter zu verbessern. Das Bedienen der Applikation sowie das Treffen von Entscheidungen werden somit einfacher und nicht schwieriger.

Phoenix Contact Deutschland GmbH

Dieser Artikel erschien in SPS-MAGAZIN 7 2017 - 10.07.17.
Für weitere Artikel besuchen Sie www.sps-magazin.de