VDI: Keine Angst vor Arbeit 4.0

Bild: VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V.Bild: VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V.

Auf die Stärke der deutschen Industrie, deren wettbewerbsfähiges Produktgeschäft und auf hervorragend ausgebildeten Ingenieure dürfe man sich aber nicht ausruhen. Ungeheuer fügte hinzu: "Wir müssen unser Innovationsprofil digitalisieren. Über beste Produkte hinaus muss 'Made in Germany' auch ein Synonym für leistungsfähige Software, IT- und Plattformlösungen sowie Dienstleistungen werden." Hier drohe Deutschland sonst den Anschluss an die digitale Zukunft zu verlieren.

Stärker in digitalen Geschäftsmodellen denken

"Wenn wir nichts tun, gerät das Geschäftsmodell der deutschen Industrie, das jahrzehntelang erfolgreich ist, ins Wanken", sagte Ungeheuer. Denn die größten Umwälzungen im Zuge der Digitalen Transformation finden auf der Ebene der Geschäftsmodellentwicklung statt, wo derzeit ganze Märkte oder Unternehmen-Kunden-Beziehungen kollabieren, gleichzeitig aber neue Märkte und Marktchancen entstehen. Das sei die zentrale aktuelle Herausforderung speziell für den Berufsstand der Ingenieure. "Wir Ingenieure müssen unsere Rolle als Innovationstreiber wahrnehmen und stärker die Chancen digitaler Geschäftsmodelle erdenken und ergreifen", so Ungeheuer. Der Fokus neuer Geschäftsmodelle müsse dabei noch stärker als bislang auf neuen Kundenbedürfnissen liegen. Noch wichtiger als schon heute würden für Ingenieure infolgedessen auch Kenntnisse und Fähigkeiten aus Querschnittsbereichen sowie Marketing, Kommunikation und Finanzen. Eindringlich fordert der VDI von den Hochschulen, Methodenkenntnisse zur Geschäftsmodellentwicklung zum festen Bestandteil des Curriculums aller Ingenieurstudiengänge zu machen. Digitale Kompetenzen würden künftig Voraussetzung für die individuelle Beschäftigungsfähigkeit - ohne digitale Bildung keine digitale Wirtschaft. Und gerade im deutschen Bildungssystem hakt es seiner Ansicht nach gewaltig. Ungeheuer sagte: "Bei der Bildung 4.0 ist Deutschland überhaupt nicht gut aufgestellt. Die Bildungspolitik in vielen unserer Bundesländer ist hieran leider alles andere als unschuldig. Nur hilft es nichts. Wir müssen nun trotz der aktuellen Herausforderungen das Kollabieren unseres gesamten Bildungssystems verhindern, um parallel die digitale Bildung beherzt angehen zu können".

(mst/VDI e.V.)

VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V.

Dieser Artikel erschien in Industrie 4.0 - 10 2017 - 18.05.17.
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