IIoT in der Praxis Erstellung von Feldgeräte-Datenbanken in der Cloud

Bild: Endress+Hauser Messtechnik GmbH & Co. KGBild: Endress+Hauser Messtechnik GmbH & Co. KG
Das Sammeln von Gerätedaten bei der Endress+Hauser Cloud wird entweder manuell durch eine Smartphone App ausgelöst oder geschieht automatisiert durch ein sogenanntes Edge Device.

Sie haben auf der Hannover Messe die Endress+Hauser-Cloud vorgestellt. Was verbirgt sich dahinter?

Steffen Ochsenreither: Die Endress+Hauser-Cloud ist ein IIoT-Ökosystem, in welches sich unterschiedliche Applikationen einbinden lassen. Unsere Cloud dient dabei als Austauschplattform für Informationen, die aus diversen Quellen stammen und in der Cloud gespeichert sowie applikationsübergreifend von dort abgefragt werden können. Bereits heute generieren unsere Feldgeräte eine Vielzahl an Daten, die bisher oft nicht weiter genutzt werden und im Gerät verbleiben. Mit unserer Lösung werden wir dies ändern. Damit haben wir etwas Nachhaltiges geschaffen, das jedoch genügend Spielraum für kreative Denkansätze bietet und uns neue Anwendungsfelder erschließen lässt. Wir starten mit einer Applikation, die auf dem Grundgedanken eines digitalen Zwillings basiert, d.h. der virtuellen Repräsentation von real existierenden Geräten. Anwender sind damit in der Lage, sich einen Überblick über ihre Anlage zu verschaffen. Sie können feststellen, welche Geräte verbaut sind, von welchem Hersteller sie stammen und von welchem Typ sie sind. Diese Informationen können z.B. dazu genutzt werden, Gerätetypen zu standardisieren und so die Lagerhaltung für Ersatzteile deutlich zu optimieren. Diese Informationen transparent darzustellen, stellt für Anwender oftmals einen erheblichen Aufwand dar. Zuerst musste bisher eine aktuelle Übersicht über die installierten Geräte erstellt werden, die dann manuell ausgewertet wurde. Auf der Hannover Messe haben wir gezeigt, dass wir solch eine Datenbank innerhalb von Sekunden automatisiert erstellen können. Hierzu verwenden wir Informationen, die wir direkt aus den Geräten über standardisierte Schnittstellen, wie Hart oder Profibus, auslesen. Das sogenannte Edge Device verbindet dabei die Feldebene mit der Cloud. Zusätzlich haben wir eine Smartphone-App vorgestellt, die das manuelle Erstellen einer solchen Datenbank in wenigen Schritten ermöglicht, beispielsweise für Geräte, die nicht über Hart ansprechbar sind. Nach der Erstellung des digitalen Zwillings ist es nur ein kleiner Schritt zur Auswertung von Live-Diagnosedaten.

Endress+Hauser Messtechnik GmbH & Co. KG

Dieser Artikel erschien in Industrie 4.0 - 13 2017 - 06.07.17.
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