"/>

Magnetooptik verbessert Qualitätssicherung von Stahlbauteilen

"Lebendige" Bilder

Werdenden Eltern sind sie vertraut - Ultraschallbilder ihres ungeborenen Kindes. Gestochen scharf vermitteln sie eine nahezu fotorealistische Detailgenauigkeit des Kindes im Mutterleib. Das Fraunhofer IZFP forscht und entwickelt an einem Verfahren, mit dem ähnliche Bilder auch für industrietechnische Anwendungen nutzbar gemacht werden sollen.

Bild: Fraunhofer IZFPBild: Fraunhofer IZFP
Ein zerstörungsfreies magnetooptisches System erfasst die Verteilung von Spannungen über große Bauteilflächen mit einer Ortsauflösung von besser als 50?m bis in eine Tiefe von ca.1mm unter der Oberfläche innerhalb weniger Sekunden.

Im Rahmen eines vom BMBF geförderten Projektes haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Saarbrücker Fraunhofer-Instituts für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP begonnen, ein neuartiges bildgebendes Verfahren zu entwickeln, das in Echtzeit lebendige Bilder von Mikrostrukturveränderungen und Spannungsverteilungen liefern wird. Die Technologie wird auf völlig neuartige Weise Informationen über die Belastbarkeit und Lebensdauer von Stahlbauteilen liefern. Materialeigenschaften beeinflussen die Belastbarkeit und Lebensdauer von Stahlbauteilen. Besonders bei sicherheitsrelevanten Bauteilen ist die zuverlässige und schnelle, möglichst echtzeitfähige Qualitätssicherung der Komponenten unumgänglich, um ungewollte Veränderungen des Gefüges und der Eigenspannungen im Material zu verhindern. Derartige Veränderungen können bereits während der Produktion, aber genauso erst nach Inbetriebnahme auftreten. Sie sind durch ihren negativen Einfluss auf die Produktqualität und Einsatztauglichkeit sowohl für die Betriebssicherheit als auch für die Wertschöpfung von hoher Relevanz. Bisher können Gefüge- und Eigenspannungsverteilungen für die industrielle Qualitätssicherung nicht schnell und zerstörungsfrei erfasst werden, wenn es dabei auf laterale Auflösung oder hohe Tiefenauflösung ankommt. Bei sicherheitsrelevanten Bauteilen unterschiedlicher Größenskalen, z.B. in der Automobil- und Bahnindustrie oder bei Kraftwerkskomponenten, besteht diesbezüglich erheblicher Bedarf. "Unmittelbares Ziel dieses Forschungsvorhabens ist die Entwicklung, Erprobung und Validierung unter Laborbedingungen eines neuartigen bildgebenden Verfahrens zur zerstörungsfreien Materialanalyse mittels magnetooptischer Sensorik. Die Innovation des Vorhabens besteht in der Kombination der aktuellen Möglichkeiten der Magnetooptik mit denjenigen der Mikromagnetik und somit der Anwendung optischer Technologien im Bereich der Qualitätssicherung", erläutert Dr.

Fraunhofer Institute for

Dieser Artikel erschien in SPS-MAGAZIN 8 August 2020 - 20.08.20.
Für weitere Artikel besuchen Sie www.sps-magazin.de