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Digital planen und fertigen

CAM und MES im Zusammenspiel

Der Werkzeug- und Maschinenbauer Hofmann ist in unterschiedlichen Branchen aktiv. Die Fertigungssteuerung übernimmt seit 2017 das Manufacturing Execution System Hummingbird. Mehr als 60 Maschinen werden so orchestriert und seit 2022 ist auch die CAD/CAM-Software HyperMill von Open Mind angebunden.

Bild: OPEN MIND Technologies AGBild: OPEN MIND Technologies AG

Siegfried Hofmann gründete 1958 das Familienunternehmen in Lichtenfels. Heute ist daraus ein international tätiges Unternehmen mit zwei Werken für Fertigung und Montage geworden. Die mehr als 300 Beschäftigten entwickeln Werkzeuge für alle Spritzgießverfahren und Technologien für den Maschinenbau wie etwa zur Partikelschaumverarbeitung. In der Lohnfertigung entstehen Einzelbauteile, Baugruppen und Maschinen in Serie. Das Portfolio bedient Branchen wie etwa Automotive oder Medizin und Verpackung.

MES seit 2017 im Einsatz

Da dies eine effiziente sowie intelligente Planung und Steuerung von Fertigung und Automation erfordert, setzte Hofmann anfangs auf eine Datenverarbeitungssoftware zum Betrieb der unterschiedlichen Automationsanlagen. Diese monolithische Anwendung ermöglichte zwar eine durchgängige Datenkommunikation, schränkte aber durch ihr einheitliches Zellenmanagementsystem die Anlagennutzung ein. Sie half zudem weder bei der Fertigungsplanung noch -steuerung, denn bis dato befand sich das Planungs-Knowhow einzig in den Köpfen der Fertigungsleitung. Im Zuge der Anschaffung einer neuen Fräslinie wurde bei Hofmann 2017 Hummingbird MES implementiert. Effekte zeigten sich schnell: "Hummingbird visualisierte erstmals unser gesamtes Fertigungsgeschehen und schuf sofort Transparenz. Wir konnten darüber Termine getaktet planen, Zuständigkeiten und Aufgaben an Mitarbeiter und Gewerke zuweisen. Die komplette Feinplanung war nun papierlos und digital abgebildet, Prozesse ließen sich ressourcenbezogen planen und in Echtzeit steuern. Die richtigen Informationen standen zur richtigen Zeit zur Verfügung. Dies senkte das Fehlerrisiko deutlich und optimierte Produktivität und Liefertreue", sagt Markus Striegel. Bald bündelte das Unternehmen mit Hilfe der Software die zuvor getrennten Kapazitäten von Werkzeug- und Maschinenbau samt Ressourcen im MES. Seither können beide Bereiche Personal und Material übergreifend und damit effizienter nutzen. Zudem hat sich das Problem der Systemintegration erledigt. Denn die Software integriert beliebige Maschinen- und Automationssysteme sowie alle gängigen Betriebssysteme bis hin zu Systemen wie ERP, PPS, CAD/CAM oder PDM/PLM. Bei Hofmann ist Hummingbird heute mit dem übergreifenden ERP-System verbunden und steuert mehr als 60 Maschinen, darunter Fertigungszentren zum Fräsen, Drehen, Erodieren, Drahtschneiden, Schleifen, Bohren sowie Messmaschinen. Über eine offene API-Schnittstelle lassen sich auch Eigenentwicklungen anderer Firmen anbinden. "Die Digitalisierung ermöglicht exakt wiederholbare Prozesse, sodass ein Teil beim zweiten Mal auf genau dieselbe Weise gefertigt wird wie beim ersten Mal", sagt Striegel. "Das sorgt für Nachverfolgbarkeit und sichert die Qualität ebenso wie die Ablaufreihenfolge. Bevor ein Arbeitsgang nicht korrekt abgeschlossen ist, lässt sich der nächste nicht beginnen."

OPEN MIND Technologies AG

Dieser Artikel erschien in IT&Production 1 (Februar) 2024 - 07.02.24.
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