Vom einfachen Chatbot zur Voice AI
Wie KI-Agenten den Service verändern
Die Bedeutung von künstlicher Intelligenz hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen - als nächster Trend stehen KI-Agenten hoch im Kurs. Tanja Hilpert, VP Central Europe bei Zendesk, behandelt die Möglichkeiten dieser Technologie für Produzenten - insbesondere im Kundenservice.
Bild: Zendesk GmbHDie rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz bietet vielfältige Möglichkeiten für die Fertigungsindustrie, die durch komplexe Produkte, anspruchsvolle Lieferketten und hohe Kundenerwartungen geprägt ist. Und auch abseits des Fertigungsprozesses kann KI wertvolle Dienste leisten, beispielsweise durch den Einsatz von KI-Agenten im Kundenservice. Hier haben Chatbots ursprünglich einfache Aufgaben übernommen, wie die Beantwortung wiederkehrender Fragen. Der Funktionsumfang hat sich durch generative KI deutlich erweitert. So gehen KI-Agenten, weit über die reine Automatisierung hinaus.
Vom Chatbot zu generativer KI
Die ersten Chatbots wurden in den frühen 2000er Jahren eingeführt, um die Serviceteams bei der Bearbeitung von Anfragen zu entlasten. Diese Systeme arbeiteten regelbasiert, gaben oft starre Antworten und konnten keine echten Dialoge führen. Mit dem Aufkommen generativer KI hat sich dies grundlegend geändert.
Heutige KI-Agenten sind in der Lage, menschenähnliche Gespräche zu führen, indem sie auf große Wissensdatenbanken zugreifen und personalisierte Antworten generieren können. Ein Beispiel: Während ein Chatbot früher nur eine Standardantwort zur Verfügbarkeit eines Ersatzteils geben konnte, analysiert ein KI-Agent zusätzlich die Bestellhistorie des Kunden, schlägt alternative Lösungsansätze vor und bietet sogar an, automatisch eine Benachrichtigung zu versenden, sobald das gewünschte Teil wieder verfügbar ist. Solche Funktionen verwandeln den Kundenservice von einer reaktiven in eine proaktive Disziplin.
Hilfe bei Problemen
Fertiger können mit KI-Agenten auch Wartungserinnerungen auf Basis der Nutzungsdauer eines Produkts versenden oder frühzeitig auf mögliche Probleme hinweisen, bevor diese eskalieren. Stellt ein Kunde etwa eine Anfrage zu einem technischen Problem, kann der KI-Agent sofort die relevanten Daten aus der Wissensdatenbank abrufen, passende Lösungsvorschläge anbieten und bei Bedarf direkt einen Termin mit einem Servicetechniker vereinbaren.
Mehr Effizienz durch KI-Copiloten
Laut einer Untersuchung von Zendesk entwickelt sich der Einsatz sogenannter KI-Copiloten zu einem Trend. Diese Tools fungieren als unterstützende Assistenten für menschliche Agenten, indem sie Routineaufgaben übernehmen und Informationen in Echtzeit liefern. 73 Prozent der für die Studie befragten gehen davon aus, dass KI-Copiloten ihre Arbeit verbessern werden. 90 Prozent der sogenannten CX-Trendsetter - damit bezeichnen die Studienverantwortlichen Unternehmen, die als Vorreiter im Bereich Customer Experience gesehen werden - von einem positiven Return on Investment (ROI) durch den Einsatz solcher Technologien.
Menschlichkeit und Personalisierung
Effizienz und Schnelligkeit gehören zu den positiven Apsekten von KI-Agenten, aber sie allein reichen nicht aus, um steigende Erwartungen der Kunden zu erfüllen. Wie der Zendesk-Bericht aufzeigt, wünschen sich Verbraucher zunehmend Interaktionen, die sich menschlicher, persönlicher und empathischer anfühlen. Gerade in Branchen, in denen Kaufentscheidungen oft mit hohen Investitionen verbunden sind und Vertrauen eine zentrale Rolle spielt, ist dies ein entscheidender Faktor.
KI-Agenten, die personalisierte und empathische Antworten geben, können dieses Vertrauen stärken. Kontaktiert ein Kunde beispielsweise den Support, weil er Schwierigkeiten bei der Installation eines neuen Geräts hat, würde ein herkömmlicher Chatbot auf eine allgemeine Anleitung verweisen. Ein KI-Agent hingegen erkennt anhand der Kundendaten, welches Modell installiert wird, berücksichtigt mögliche regionale Besonderheiten und bietet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung - inklusive der Möglichkeit, bei Bedarf einen Videoanruf mit einem Techniker zu starten.
Voice AI in der Kundenkommunikation
Ein weiterer Trend, den Zendesk beobachtet, ist der Einsatz von Sprach-KI, die insbesondere für die Bearbeitung komplexer Anfragen relevant ist. In der Fertigungsindustrie könnten Kunden beispielsweise technische Spezifikationen per Sprache erfragen, durch einen Installationsprozess geführt werden oder Diagnosen für Maschinenprobleme erhalten. 86 Prozent der befragten deutschen CRM-Vorreiter sehen darin eine zukunftsweisende Technologie.
Schlüssel zum Erfolg
KI-Agenten bieten die Chance, Prozesse zu optimieren, Kosten zu senken und die Kundenzufriedenheit zu steigern. Der Erfolg hängt aber nicht allein von der Technologie ab. Entscheidend ist auch, wie sie implementiert und genutzt wird.
Für Unternehmen gilt es, sicherzustellen, dass ihre KI-Tools nicht nur zuverlässig und sicher, sondern auch auf die spezifischen Bedürfnisse ihrer Kunden zugeschnitten sind. Darüber hinaus darf der Faktor Mensch nicht vernachlässigt werden. Denn letztlich geht es darum, Beziehungen aufzubauen und zu stärken - und das gelingt nur, wenn Technologie und Mensch Hand in Hand arbeiten.
Die Bedeutung von künstlicher Intelligenz hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen - als nächster Trend stehen KI-Agenten hoch im Kurs. Tanja Hilpert, VP Central Europe bei Zendesk, behandelt die Möglichkeiten dieser Technologie für Produzenten - insbesondere im Kundenservice.
Bild: Zendesk GmbHDie rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz bietet vielfältige Möglichkeiten für die Fertigungsindustrie, die durch komplexe Produkte, anspruchsvolle Lieferketten und hohe Kundenerwartungen geprägt ist. Und auch abseits des Fertigungsprozesses kann KI wertvolle Dienste leisten, beispielsweise durch den Einsatz von KI-Agenten im Kundenservice. Hier haben Chatbots ursprünglich einfache Aufgaben übernommen, wie die Beantwortung wiederkehrender Fragen. Der Funktionsumfang hat sich durch generative KI deutlich erweitert. So gehen KI-Agenten, weit über die reine Automatisierung hinaus.
Vom Chatbot zu generativer KI
Die ersten Chatbots wurden in den frühen 2000er Jahren eingeführt, um die Serviceteams bei der Bearbeitung von Anfragen zu entlasten. Diese Systeme arbeiteten regelbasiert, gaben oft starre Antworten und konnten keine echten Dialoge führen. Mit dem Aufkommen generativer KI hat sich dies grundlegend geändert.
Heutige KI-Agenten sind in der Lage, menschenähnliche Gespräche zu führen, indem sie auf große Wissensdatenbanken zugreifen und personalisierte Antworten generieren können. Ein Beispiel: Während ein Chatbot früher nur eine Standardantwort zur Verfügbarkeit eines Ersatzteils geben konnte, analysiert ein KI-Agent zusätzlich die Bestellhistorie des Kunden, schlägt alternative Lösungsansätze vor und bietet sogar an, automatisch eine Benachrichtigung zu versenden, sobald das gewünschte Teil wieder verfügbar ist. Solche Funktionen verwandeln den Kundenservice von einer reaktiven in eine proaktive Disziplin.
Zendesk GmbH
Dieser Artikel erschien in IT&Production 8 (Oktober) 2025 - 08.10.25.Für weitere Artikel besuchen Sie www.it-production.com