Buchhaltung als Startpunkt durchgängiger Automatisierung

Standards und digitales Dokumentenmanagement

Produzierende Unternehmen sind mit einem globalen Konkurrenzdruck konfrontiert. Hinzu kommt die Tendenz zu kleineren Losgrößen, wodurch die Rüstzeiten steigen. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, steigern Unternehmen ihre Effizienz - nicht nur in der Produktion, sondern auch in der Verwaltung. Ein Schlüssel dazu liegt in der Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen. Doch wie gelingt die Umsetzung?

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Laut einer repräsentativen Befragung des Bitkom sehen sich 64 Prozent der deutschen Unternehmen als Nachzügler bei der digitalen Transformation. Die Praxis zeigt, dass sie oftmals nicht wissen, wie sie anfangen sollen. Sicherlich können Betriebe nicht von heute auf morgen alle Prozesse neu gestalten. Nach dem Motto 'Think big, start small' ist oft ein sukzessives Vorgehen sinnvoll, etwa indem Abteilungen nacheinander digitalisiert werden. Einen guten Startpunkt bildet die Buchhaltung, da vor allem bei der Rechnungsverarbeitung das Medium Papier ein Bremsklotz ist. Zudem bietet die E-Rechnungspflicht eine aktuelle Gelegenheit, die Abläufe zu optimieren.

Mit Standardisierung zu automatisierten Prozessen

Mit deren Inkrafttreten sind Unternehmen seit Anfang 2025 verpflichtet, sogenannte E-Rechnungen empfangen zu können und - mit wenigen Ausnahmen - auch auszustellen. Viele Unternehmen sehen darin ein lästiges Übel und unterschätzen das Automatisierungspotenzial. Dieses ist allerdings erheblich, denn E-Rechnungen enthalten die Daten im strukturierten XML-Format, entweder als XRechnung oder als ZUGFeRD-Datei, bei der der XML-Datensatz in ein PDF eingebettet ist. Sie sind somit maschinell auslesbar. Zeitintensives und fehleranfälliges Abtippen buchungsrelevanter Daten entfällt. Der maßgebliche Effizienzgewinn entsteht aber durch die Standardisierung: Das XML-Format wird von zahlreichen Softwarelösungen unterstützt. So können etwa Bestellungen in einem Enterprise Resource Planning(ERP)-System und Lieferscheine in einer Warenwirtschaftsanwendung in diesem Format erstellt werden, was einen nahtlosen Informationsaustausch zwischen den einzelnen Applikationen ermöglicht. Lieferanten können eingehende Bestellungen direkt als Auftrag in ihre Warenwirtschaft importieren und nach Auslieferung zur automatisierten Rechnungsstellung an ihre Buchhaltung übertragen. Kunden wiederum können im Rahmen des 3-Way-Match-Verfahrens eingehende E-Rechnungen mit Lieferscheinen und Bestellungen auf Basis der XML-Daten abgleichen.

ecoDMS GmbH

Dieser Artikel erschien in IT&Production 8 (Oktober) 2025 - 08.10.25.
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