Motorschutzschalter und Schütze mit Snap In-Technik
"Die erste selbsterklärende Klemmtechnik"
Schneider Electric hat jüngst die von der Firma Weidmüller entwickelte Snap In-Technik in ihre TheSys Deca Motorschutzschalter und Schütze eingebracht. Welche Vorteile konkret diese Implementierung für Schaltschrankbauer, aber natürlich auch für Anlagenbetreiber bringt, darüber hat sich die SCHALTSCHRANKBAU-Redaktion im Rahmen des SSB-Podcasts mit Martin Koch, Senior Produktmanager bei Schneider Electric, unterhalten. Die nachfolgende Niederschrift ist eine gekürzte Version des Podcasts.
Bild: Schneider Electric Automation GmbHWie kam es eigentlich zur Zusammenarbeit zwischen Schneider Electric und Weidmüller?
Martin Koch: Schneider Electric und Weidmüller haben in verschiedenen Projekten immer wieder zusammengearbeitet und tun dies auch aktuell. Ich komme aus dem Bereich des Engineerings, Schaltschrankbaus und der Verdrahtung. Die Snap In-Klemme von Weidmüller stellt für mich eine Endentwicklung der Federklemme dar. Alle Probleme, die wir in der Vergangenheit in Zusammenhang mit der Federzugtechnik gesehen und diese daher nicht eingesetzt hatten, waren durch diese Neuheit beseitigt. Für mich war sehr schnell klar, dass wir in meinem Verantwortungsbereich, der Motorabgangstechnik, die Klemme implementieren müssen, weil diese so viel Mehrwert für die Kunden bietet, dass daran kein Weg vorbei geht.
In welchen Schneider Electric-Komponenten ist diese Technik denn implementiert?
Koch: Die Snap-In-Technik ist in unsere Motorschutzschalter und Schütze der TeSys Deca-Familie implementiert: genauer die TeSys Power GV2ME-Serie der Motorschutzschalter bis 32A, dreipolig mit Tasterbetätigung, die wir vorher in Federzugtechnik angeboten haben. Zudem die TeSys Deca Control - D Schütze, in der kleinsten Bauform mit 9A, und jetzt mit Snap In bis 32A.
Bild: Schneider Electric Automation GmbHKannst Du uns die Hauptvorteile Eurer Komponenten mit der Snap-In-Technologie nennen?
Koch: Zum einen: Diese Klemme ist für mich die erste selbsterklärende Klemme auf dem Markt. Es ist nicht wie bei der Schraubtechnik, wo ich nicht weiß, welchen Schraubendreher ich verwenden muss, ob das ein Phillips- oder ein Posidrive-Kreuzschlitz oder ein kleiner Schlitzschraubendreher sein muss. Ich habe nicht, wie bei der Federzugklemme, zwei Löcher und weiß nicht, in welches Loch der Draht und in welches Loch das Werkzeug eingeführt werden muss, um die Klemme aufzuhebeln. Ich habe ein Loch, in das ich den Draht drücke, und dann klickt die Klemme vollautomatisch zu. Der zweite große Vorteil, der unmittelbar daran anknüpft: Der Draht wird ohne Werkzeug in die Klemme eingeführt, was die Verarbeitungszeit deutlich beschleunigt. Bei der Snap In-Klemme sparen wir bis zu sechs Minuten bei einem voll angeschlossenen Schütz im Vergleich zur Schraubtechnik und bis zu drei Minuten bei einem voll angeschlossenen Schütz im Vergleich zu Federzug- oder Push-In-Klemmtechnik. Das bedeutet bei einem großen Schaltschrank eine wirklich große Zeitersparnis. Der dritte Vorteil ist das Thema Ready to Robot. Es ist die erste Klemme, die von einem Roboter ohne Probleme verarbeitet werden kann - und dies ohne Werkzeugwechsel und immer mit der Gewissheit, dass der Draht fachgerecht eingeführt ist.
Verstehe ich es richtig, dass tatsächlich für keinerlei Applikation mehr eine Aderendbehandlung notwendig ist bei dieser Technologie?
Koch: Genau. Die Energieübertragung ist ohne Aderendhülse immer besser, weil die Drahtoberfläche größer ist. Wir sind beim Design so vorgegangen, dass die Löcher, in die der Draht eingeführt wird, sehr groß sind und auch keine Kanten aufweisen, wo der Draht hängen bleiben könnte. Der abisolierte Draht muss also nur in die Öffnung eingeführt werden. Sobald dieser die Bodenplatte in der Snap In-Klemme berührt, schnappt diese vollautomatisch zu. Dementsprechend benötige ich keine Aderendhülse oder starren Drähte.
Du erwähntest vorhin als dritten großen Vorteil das Schlagwort Ready to Robot, also die robotergestützte Verdrahtung von Schaltschränken. An welchem Punkt stehen wir denn da deiner Ansicht nach zurzeit?
Koch: Das Thema ist ja nicht ganz neu. Die Frage ist: Wo beginnt die Definition eines Roboters? Es gibt heute schon für den Schaltschrank- und Steuerungsbau gewisse Fertigungsmaschinen, die man auch bereits als Roboter bezeichnet werden könnten: Beispielsweise Maschinen, die Löcher und Aussparungen in eine Montageplatte bohrt und Gewinde schneidet, oder Bestückungsautomaten, die anhand von E-CAD-Daten Komponenten auf der Hutschiene montiert. Mit Snap In sehe ich nun die Chance, dass Roboter, ausgestattet z.B. mit Kameras oder Sensoren, um eine automatische Verdrahtung durchführen. Wir arbeiten diesbezüglich auch bereits mit Partnern zusammen, um solche Use Cases zu erstellen. Wenn also entsprechende Roboter und E-CAD-Software vorhanden sind, um entsprechende Daten dafür zu liefern, steht dem nicht viel im Weg. Mir ist aber bisher keine verkaufsfertige Lösung dieser Art bekannt. Wir stehen hier also noch am Anfang dieser Entwicklung, aber solche Lösungen werden kommen, da bin ich ziemlich sicher.
Für alle, die jetzt neugierig geworden sind auf Eure Schütze und Motorschutzschalter: Wo kann man die live erleben jetzt in naher Zukunft?
Koch: Wie jedes Jahr findet im November die Messe SPS in Nürnberg statt. Schneider Electric ist wie immer einer der Aussteller, die dort ausstellen werden. Wir werden an unserem Messetand in Halle 1 viel zum Thema Snap In, aber auch andere Lösungen aus unserem Industrieportfolio präsentieren. In Kooperation mit Weidmüller präsentieren wir dort auch einen Roboter, der genau das zeigt, was ich eben beschrieben habe.
Schneider Electric hat jüngst die von der Firma Weidmüller entwickelte Snap In-Technik in ihre TheSys Deca Motorschutzschalter und Schütze eingebracht. Welche Vorteile konkret diese Implementierung für Schaltschrankbauer, aber natürlich auch für Anlagenbetreiber bringt, darüber hat sich die SCHALTSCHRANKBAU-Redaktion im Rahmen des SSB-Podcasts mit Martin Koch, Senior Produktmanager bei Schneider Electric, unterhalten. Die nachfolgende Niederschrift ist eine gekürzte Version des Podcasts.
Bild: Schneider Electric Automation GmbHWie kam es eigentlich zur Zusammenarbeit zwischen Schneider Electric und Weidmüller?
Martin Koch: Schneider Electric und Weidmüller haben in verschiedenen Projekten immer wieder zusammengearbeitet und tun dies auch aktuell. Ich komme aus dem Bereich des Engineerings, Schaltschrankbaus und der Verdrahtung. Die Snap In-Klemme von Weidmüller stellt für mich eine Endentwicklung der Federklemme dar. Alle Probleme, die wir in der Vergangenheit in Zusammenhang mit der Federzugtechnik gesehen und diese daher nicht eingesetzt hatten, waren durch diese Neuheit beseitigt. Für mich war sehr schnell klar, dass wir in meinem Verantwortungsbereich, der Motorabgangstechnik, die Klemme implementieren müssen, weil diese so viel Mehrwert für die Kunden bietet, dass daran kein Weg vorbei geht.
In welchen Schneider Electric-Komponenten ist diese Technik denn implementiert?
Koch: Die Snap-In-Technik ist in unsere Motorschutzschalter und Schütze der TeSys Deca-Familie implementiert: genauer die TeSys Power GV2ME-Serie der Motorschutzschalter bis 32A, dreipolig mit Tasterbetätigung, die wir vorher in Federzugtechnik angeboten haben. Zudem die TeSys Deca Control - D Schütze, in der kleinsten Bauform mit 9A, und jetzt mit Snap In bis 32A.
Schneider Electric Automation GmbH
Dieser Artikel erschien in SCHALTSCHRANKBAU 7 (November) 2025 - 06.11.25.Für weitere Artikel besuchen Sie www.schaltschrankbau-magazin.de