VDI-Ingenieurmonitor für das 2. Quartal
Ingenieurmangel bleibt Herausforderung für den Zukunftsstandort Deutschland
Bild: Bild: ©shapecharge/GettyimagesLaut VDI-/IW-Ingenieurmonitor bleibt der Ingenieurmangel eine Herausforderung, trotz schwacher Wirtschaft. Laut VDI-Meldung prägen aktuell mehr offene Stellen als Arbeitslose, Engpässe in Bau- und Technoberufen sowie wachsende Bedeutung internationaler Fachkräfte und Nachwuchsproblemen die Lage.
Der aktuelle VDI-/IW-Ingenieurmonitor zeigt eine Abkühlung am Arbeitsmarkt für Ingenieur- und Informatikberufe: Die offenen Stellen verringerten sich laut VDI-Mitteilung im zweiten Quartal 2025 um 22,1% im Vergleich zum Vorjahr. Das heißt, es bleiben 106.310 Arbeitsplätze unbesetzt. Zeitgleich meldeten sich 54.926 Personen aus diesen Berufszweigen arbeitslos, eine Steigerung um 19,1% und laut VDI der höchste Stand seit Erfassung der Daten im Jahr 2011. Dennoch geht der Verband in den kommenden Jahren mit einem steigenden Bedarf an Ingenieurinnen und Ingenieuren aus. Auch die Nachwuchsgewinnung bleibe ein wichtiges Thema.
Fachkräftemangel bleibt trotz Konjunkturflaute akut
Die Beschäftigungstrends variieren je nach Berufsfeld: Besonders stark betroffen ist derzeit die Technische Forschung und Produktsteuerung. Hier stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um fast 40%. In der Rohstofferzeugung fiel der Anstieg hingegen deutlich moderater aus und lag bei rund 8%. Insgesamt bleibt der Fachkräftemangel in IT- und Ingenieurberufen bestehen. Im Durchschnitt standen 194 unbesetzte Positionen 100 arbeitslosen Ingenieuren und IT-Fachkräften gegenüber. Diese sogenannte Engpasskennzahl ist nun geringer als im Vorjahr (296 offene Stellen pro 100 Arbeitslose), aber sie behält einen hohen Stand.
„Die schwächelnde Wirtschaft beeinflusst auch den Ingenieurarbeitsmarkt, die Lücke bei den Fachkräften schließt sich damit jedoch nicht“, erklärt VDI-Arbeitsmarktexperte Ingo Rauhut. „In wichtigen, Branchen wie Bau, Energie- und Elektrotechnik oder Maschinenbau sind qualifizierte Fachkräfte weiterhin sehr gesucht.“ Die größten Engpässe bestehen in den Ingenieurberufen Bau, Vermessung, Gebäudetechnik und Architektur (314 offene Stellen pro 100 Arbeitslose), Energie- und Elektrotechnik (284) sowie den Ingenieurberufen Maschinen- und Fahrzeugtechnik (222).
Langfristiger Trend bleibt positiv: Ingenieurberuf als Schlüssel für den Innovationsstandort
Trotz der aktuellen Lage zeichnet sich für den VDI im längerfristigen Trend ein positives Bild am Ingenieurarbeitsmarkt: Seit 2012 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Ingenieur- und Informatikberufen um 58,5% auf 1,53 Millionen. Besonders stark entwickelten sich dabei die Branchen Informatik (+151%) und Bauwesen (+54%). Rund ein Viertel des gesamten Beschäftigungszuwachses in Ingenieurberufen entfällt dabei laut VDI-IW-Ingenieurmonitor Q1 2025 auf internationale Fachkräfte – ein Beleg für deren zunehmende Bedeutung zur Sicherung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Die größten Gruppen stellen Fachkräfte aus Indien (13.893), Türkei (9.136), Italien (6.916) und China (6.690). Besonders die Zuwanderung über Hochschulen trägt zum Erfolg bei: Der Anteil internationaler Studierender in ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen stieg von 15% im Jahr 2010 auf 33% im Jahr 2023.
„Ingenieurinnen und Ingenieure sind und bleiben der Schlüssel für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland“, betont VDI-Direktor Adrian Willig. „Deshalb müssen wir internationale Fachkräfte langfristig integrieren und gleichzeitig junge Menschen früh für Technik begeistern, um den Nachwuchs zu sichern.“
Nachwuchsmangel verschärft sich
Während die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften in IT- und Ingenieurberufen insgesamt wuchs und laut VDI voraussichtlich wachsen wird, bleibt die Situation bei der Nachwuchsgewinnung angespannt. So schließen in Deutschland jährlich nur 90.000 bis 100.000 junge Ingenieurinnen und Ingenieure ihr Studium ab.
Bild: Bild: ©shapecharge/GettyimagesLaut VDI-/IW-Ingenieurmonitor bleibt der Ingenieurmangel eine Herausforderung, trotz schwacher Wirtschaft. Laut VDI-Meldung prägen aktuell mehr offene Stellen als Arbeitslose, Engpässe in Bau- und Technoberufen sowie wachsende Bedeutung internationaler Fachkräfte und Nachwuchsproblemen die Lage.
Der aktuelle VDI-/IW-Ingenieurmonitor zeigt eine Abkühlung am Arbeitsmarkt für Ingenieur- und Informatikberufe: Die offenen Stellen verringerten sich laut VDI-Mitteilung im zweiten Quartal 2025 um 22,1% im Vergleich zum Vorjahr. Das heißt, es bleiben 106.310 Arbeitsplätze unbesetzt. Zeitgleich meldeten sich 54.926 Personen aus diesen Berufszweigen arbeitslos, eine Steigerung um 19,1% und laut VDI der höchste Stand seit Erfassung der Daten im Jahr 2011. Dennoch geht der Verband in den kommenden Jahren mit einem steigenden Bedarf an Ingenieurinnen und Ingenieuren aus. Auch die Nachwuchsgewinnung bleibe ein wichtiges Thema.
VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V.
Dieser Artikel erschien in www.sps-magazin.de 2025 - 31.12.25.Für weitere Artikel besuchen Sie www.sps-magazin.de