Intelligente Kamera mit KI-basierten Vision-Apps
Sehen, lernen, entscheiden
Bei der Kamera Turck Intelligent Vision (TIV) steht nicht mehr das Programmieren im Vordergrund, sondern das Trainieren. Die Kombination aus lernenden Verfahren, industrietauglicher Hardware und durchdachter Integration macht die KI-Kamera zum Werkzeug der Wahl, wenn Qualität unter Takt sichergestellt werden muss.
Bild: Turck GmbHTurcks KI-basierte Kamera TIV (Turck Intelligent Vision) lernt aus Beispielbildern, erkennt Muster und Unterschiede selbstständig und überträgt das Gelernte auf neue Situationen. Schon wenige Aufnahmen genügen, um Gut- und Schlechtzustände oder verschiedene Klassen sicher zu unterscheiden. Anpassungen an Produkten oder Prüfmerkmalen lassen sich durch Nachtrainieren integrieren. Ein weiterer Vorteil: Das Prozesswissen bleibt beim Anwender.
Bild: Turck GmbH
Bild: Turck GmbHVier KI-basierte Vision-Apps
Die TIV bringt vier KI-basierte Vision-Apps mit, um die wesentlichen Aufgaben der industriellen Bildverarbeitung abzudecken. 'Code Scan' liest 1D/2D-Barcodes, erkennt Typ, Ausrichtung und Position und kann gezielt Codes auf angelernten Objekten auslesen. 'Difference Check' führt intelligente Soll/Ist-Vergleiche durch, erkennt Abweichungen auch bei komplexen oder variierenden Objekten und bewertet einzelne Prüfbereiche separat. 'Classifier' ordnet das gesamte Bild einer vordefinierten Klasse zu, ideal für Sortier- und Klassifizierungsaufgaben. 'Detector' erkennt und klassifiziert mehrere Objekte gleichzeitig, bewertet Position, Orientierung und Ähnlichkeit zu den Trainingsdaten und gibt einen Confidence Score aus. So entstehen klare, SPS-taugliche Ergebnisse - vom einfachen IO/NIO-Signal bis zu strukturierten Datenpaketen, die sich unmittelbar weiterverarbeiten lassen.
Nvidia Jetson Nano und 12MP Sensor
Herzstück ist ein 12MP-Global-Shutter-Sensor von Sony. Die Bildverarbeitung läuft komplett auf dem Gerät, Echtzeit-Ergebnisse inklusive. Für die KI-Rechenleistung sorgt eine Nvidia Jetson Nano GPU mit 4GB, auf der neuronale Netze direkt auf dem Gerät trainiert und ausgeführt werden. Über vier M12-Anschlüsse für Strom, Netzwerk, Trigger und I/O lässt sich die Kamera flexibel in bestehende Anlagen integrieren. Externe Beleuchtungen können mit bis zu 4A direkt versorgt werden, die I/Os sind push/pull-fähig und galvanisch getrennt. Das System arbeitet stand-alone, kommuniziert dank Ethernet-Multiprotokoll über Profinet, Modbus TCP und EtherNet/IP, zeigt Zustände über LEDs an und speichert Netze sowie Bilder intern oder auf SD/MMC. Über den C-Mount lassen sich alle gängigen Objektive anbinden; ein optionaler Schutztubus bringt das Gesamtsystem auf IP67. Die Bedienung erfolgt über den Webbrowser, die Integration in die Turck Automation Suite (TAS) erleichtert zudem das Gerätemanagement und die Einbindung in digitale Wartungs- und Monitoringprozesse.
Kundennähe statt Katalogware
Sollten die Standardfunktionen der TIV-Kamera nicht ausreichen, erarbeitet Turck gemeinsam mit dem Anwender auch passgenaue Lösungen für seine Applikation. Das Spektrum reicht von kundenspezifisch trainierten KI-Netzen und zusätzlichen Prüflogiken über eigens definierte Datenformate und Schnittstellen (z.B. SPS-Telegramme, MES/ERP-Hooks) bis hin zu ergänzenden Apps für besondere Prüfaufgaben oder Prozessschritte. Pilotierung und Feintuning erfolgen direkt an der Linie. Die Einbindung in bestehende Steuerungs- und IT-Landschaften erfolgt nahtlos - von der SPS-Ansteuerung über die Turck Automation Suite TAS (Desktop/Cloud) bis zur Dokumentation von Prüf- und Traceability-Daten. Ein weiterer Pluspunkt ist die On-Premise-Arbeitsweise. Die Kamera benötigt keine Cloud-Anbindung, was Sicherheitsrichtlinien und Produktionsstabilität entgegenkommt, denn Bilddaten kann der Anwender auch auf eigenen FTP-Servern ablegen. Software-Updates erweitern den Funktionsumfang kontinuierlich, ohne versteckte Lizenzkosten. Da Datensätze und neuronale Netze übertragbar sind, lassen sich erfolgreiche Setups einfach auf weitere Kameras ausrollen.
Bei der Kamera Turck Intelligent Vision (TIV) steht nicht mehr das Programmieren im Vordergrund, sondern das Trainieren. Die Kombination aus lernenden Verfahren, industrietauglicher Hardware und durchdachter Integration macht die KI-Kamera zum Werkzeug der Wahl, wenn Qualität unter Takt sichergestellt werden muss.
Bild: Turck GmbHTurcks KI-basierte Kamera TIV (Turck Intelligent Vision) lernt aus Beispielbildern, erkennt Muster und Unterschiede selbstständig und überträgt das Gelernte auf neue Situationen. Schon wenige Aufnahmen genügen, um Gut- und Schlechtzustände oder verschiedene Klassen sicher zu unterscheiden. Anpassungen an Produkten oder Prüfmerkmalen lassen sich durch Nachtrainieren integrieren. Ein weiterer Vorteil: Das Prozesswissen bleibt beim Anwender.
Bild: Turck GmbH
TURCK GmbH
Dieser Artikel erschien in SPS-MAGAZIN 13 (Dezember) 2025 - 15.12.25.Für weitere Artikel besuchen Sie www.sps-magazin.de