Global vernetzt, lokal stark: SpiraTec richtet sich international neu aus
Automatisierung im Weltmodus
Globaler Wandel in der Automatisierung trifft auf entschlossene Internationalisierung: SpiraTec setzt auf 40 Standorte, 700 Mitarbeiter und vernetztes Arbeiten als Antwort auf Fachkräftemangel, Komplexität und volatile Märkte. Im Interview zeigt CEO Andreas Schadt, warum besonders USA und Europa Wachstum treiben - und wie sich das Unternehmen zum Digitalisierungs-Powerhouse der Industrie formt.
Bild: SpiraTec AGHerr Schadt, SpiraTec hat sich in den vergangenen Jahren stark international ausgerichtet. Welche strategischen Überlegungen haben zu dieser Entscheidung geführt?
Wir haben früh erkannt, dass Internationalisierung ein entscheidender Faktor für nachhaltiges Wachstum ist. Zum einen erlaubt sie uns, noch näher bei unseren Kunden zu sein und diese über Ländergrenzen zu begleiten. Zum anderen gleicht die Präsenz in verschiedenen Ländern wirtschaftliche Schwankungen aus und sorgt für noch mehr Stabilität. Nicht zuletzt können wir so auch den Fachkräftemangel abfedern und gleichzeitig unsere Projektabwicklung effizienter gestalten.
Wie gelingt es Ihnen, die Kooperation zwischen Ihren Standorten effizient zu gestalten?
Unser Ansatz ist es, 'vernetzt im Verbund' zu arbeiten. Wir haben bereits ein Netzwerk von etwa 40 Standorten aufgebaut, die länderübergreifend dieselben Leistungen und auch landesspezifisch anbieten können. So profitieren unsere Kunden von konsistenter Qualität - egal ob in der DACH-Region, Frankreich, Italien oder in den USA. Neben direkter Vor-Ort-Präsenz beim Kunden setzen wir stark auf virtuelle Plattformen und digitale Kommunikationskanäle, um die Kooperation unserer Teams und die mit den Kunden weltweit noch effizienter zu gestalten. So verbindet sich jeweils lokale Präsenz bei gleichzeitiger globaler Kompetenz und Workforce von etwa 700 Mitarbeitenden.
Wo sehen Sie die spannendsten Wachstumsregionen für die Automatisierungsexpertise?
Bild: SpiraTec AGAllen Industrienationen in Europa stehen in den nächsten Jahren tiefgreifende Herausforderungen bevor, wobei Automation und Digitalisierung aus meiner Sicht die zentrale Rolle spielen. Diese Entwicklungen sind sowohl Chance als auch Risiko für die Industrie, da sie die Wettbewerbsfähigkeit, Produktivität und Beschäftigungsstruktur maßgeblich beeinflussen werden. Investitionen und damit Wachstum sehen wir für uns insbesondere in der Pharmabranche in den USA. SpiraTec hat sich in den letzten drei Jahren genau auf diese Märkte in Europa und den USA konzentriert und sieht diese jetzt auch als die spannenden Regionen an. Wenn auch die Motivationen der Investitionen in den Ländern verschieden gelagert sind.
Globale Teams arbeiten oft virtuell zusammen. Was macht bei SpiraTec den Unterschied?
Für uns zählt vorrangig das Prinzip 'Gemeinsam im Team stark sein'. Wir fördern aktiv den Austausch und die Zusammenarbeit über Standorte, Fachbereiche und Länder hinweg. Alle Teams sind Teil unserer Netzwerkstruktur. Durch die Vielfalt unserer Teams entstehen innovative Lösungen, die wir in verschiedenen Märkten erfolgreich einsetzen können. Unsere hohen Qualitätsstandards sowie unsere Haltung, die von Neugier und der Bereitschaft zu lernen geprägt ist, ermöglichen uns eine stetige Weiterentwicklung.
Im Hinblick auf den Fachkräftemangel, wie wird Fachexpertise in unterschiedlichen Ländern aufgebaut?
In einer global vernetzten Industrie ist es entscheidend, dass wir nicht nur lokal, sondern auch international über hochqualifizierte Teams verfügen. Der Fachkräftemangel betrifft nicht nur Deutschland, sondern ist ein weltweites Thema. Deshalb setzen wir gezielt auf den Wissenstransfer zwischen unseren Standorten und investieren in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeitenden - unabhängig vom jeweiligen Land. Neben der Nutzung weltweiter Standards erarbeiten wir ebenso fortlaufend funktionierende Konzepte aus den Erfahrungen vorheriger Projekte.
Wenn wir den Blick auf die Projekte richten: Welche Vorteile ergeben sich für Ihre Kunden durch die internationale Aufstellung von SpiraTec?
Ganz klar: effizientere Projektabwicklung und eine bessere Leistungsbereitstellung. Unsere Kunden profitieren davon, dass wir global denken, aber lokal handeln - mit Teams, die die Sprache, die Kultur und die Anforderungen der jeweiligen Märkte und Prozesse verstehen. Dabei sind wir international immer auf dem neuesten Stand der Technik und Systeme.
Wie positioniert sich SpiraTec als langfristiger Partner für seine Kunden?
Die SpiraTec zeichnet sich vor allem durch ihr ganzheitliches Leistungsspektrum aus: Wir können unsere Kunden über den kompletten Lebenszyklus von Produktionsanlagen begleiten. Und das von der verfahrenstechnischen Planung bis hin zur Umsetzung und Wartung - vom Engineering, über die Automatisierung, bis hin zur industriellen IT. Dabei sind uns langfristige und nachhaltige Partnerschaften wichtig. Aber wir sind nicht nur breit aufgestellt, sondern wir erweitern unser Portfolio kontinuierlich: Zukunftstechnologien wie Artificial Intelligence, Digital Twin oder Mobile Robotics sind bei uns bereits tief in den Prozessen und Denkweisen verankert. Wir arbeiten immer entlang unserer Lines of Business standort-, länder- und gesellschaftsübergreifend, um unsere Kunden optimal bei ihren Projekten unterstützen zu können.
Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit mit Technologiepartnern?
Eine riesige: Wir arbeiten mit unterschiedlichen Systempartnern zusammen, speziell im Bereich Digitalisierung und Cyber Security. Diese Vielfalt erlaubt es uns, Kunden maßgeschneiderte Lösungen zu bieten und gleichzeitig höchste Standards in puncto Sicherheit und Zuverlässigkeit zu gewährleisten. Ansonsten bauen wir stets unser internes Knowhow in Abteilungen oder Tochtergesellschaften aus - etwa im Bereich Cybersecurity.
Wie setzen Sie Ihr breites Leistungsportfolio ein, um Ihre Kunden umfassend zu unterstützen?
Unser Anspruch ist es, unseren Kunden Lösungen aus einer Hand bieten zu können: Unser ganzheitlicher Ansatz basiert auf der engen Verzahnung von Engineering und technischer Lösung. Diese zwei Säulen greifen bei uns systematisch ineinander - von der Planung über die Umsetzung hin zum sicheren Betrieb und der Wartung von Industrieanlagen. Unsere Engineering-Teams entwickeln maßgeschneiderte Lösungen, die durch digitale Technologien wie MES, Datenanalysen oder KI-Anwendungen ergänzt und optimiert werden. Gleichzeitig sorgen unsere IT-Security-Experten dafür, dass alle digitalen Prozesse höchsten Sicherheitsstandards entsprechen.
Für unsere Kunden bedeutet das: Sie erhalten nicht nur einzelne Leistungen, sondern ein integriertes Gesamtpaket, das technologisch und organisatorisch aufeinander abgestimmt ist. Das reduziert Schnittstellen, erhöht die Effizienz und schafft Vertrauen - insbesondere bei komplexen Projekten mit hohen Anforderungen an Qualität, Geschwindigkeit und Sicherheit.
Was ist, ganz kurz gesagt, Ihre Stärke?
Wir bieten alle Leistungen aus einer Hand - und das länderübergreifend. Unsere Stärke liegt im interdisziplinären Ansatz: Wir bündeln verschiedenste Dienstleistungen - vom Engineering und Design, über die Automation bis hin zur industriellen IT - zu einem ganzheitlichen Angebot und reagieren flexibel auf die Anforderungen des Marktes.
Gibt es Bereiche, in denen Sie stärker investieren wollen?
Ein klarer Fokus liegt auf Intralogistik durch Mobile Robotics und Anwendung von Digital Twins. Diese Technologien werden in den kommenden Jahren den entscheidenden Unterschied machen, wenn es darum geht, Produktionsprozesse effizienter, sicherer und nachhaltiger zu gestalten. Gleichzeitig werden wir unser Leistungsportfolio zukunftsgerichtet danach ausrichten, was die moderne Industrie von morgen benötigt. Für uns heißt das: Wir investieren in die Internationalisierung und werden durch unser Consulting und unsere Services zum führenden Digitalisierungs-Powerhouse.
Abschließend ein Blick in die Zukunft: Welche technologischen Entwicklungen werden die Automatisierung und damit auch SpiraTec besonders prägen?
Die größten Umbrüche erwarten wir im Bereich der künstlichen Intelligenz - allerdings braucht es für den ganz großen Schritt noch die entsprechende Konnektivität von und bis zu den verschiedenen Datenquellen im sogenannten Shop-floor. Die Bedeutung von Mobile Robotics und der Digital Twin wurde schon thematisiert. Makrotrends wie die demografische Veränderung unserer Gesellschaften sowie der Klimawandel werden einen großen Einfluss auf die Industrien haben, denen wir mit innovativen Lösungen begegnen müssen. Langfristig werden wir auch über Konzepte wie die Dark Factory sprechen, also Anlagen, die weitgehend autonom ohne menschliches Zutun laufen. Für SpiraTec bedeutet das: Wir werden diesen Wandel aktiv mitgestalten - international und vernetzt.
Globaler Wandel in der Automatisierung trifft auf entschlossene Internationalisierung: SpiraTec setzt auf 40 Standorte, 700 Mitarbeiter und vernetztes Arbeiten als Antwort auf Fachkräftemangel, Komplexität und volatile Märkte. Im Interview zeigt CEO Andreas Schadt, warum besonders USA und Europa Wachstum treiben - und wie sich das Unternehmen zum Digitalisierungs-Powerhouse der Industrie formt.
Bild: SpiraTec AGHerr Schadt, SpiraTec hat sich in den vergangenen Jahren stark international ausgerichtet. Welche strategischen Überlegungen haben zu dieser Entscheidung geführt?
Wir haben früh erkannt, dass Internationalisierung ein entscheidender Faktor für nachhaltiges Wachstum ist. Zum einen erlaubt sie uns, noch näher bei unseren Kunden zu sein und diese über Ländergrenzen zu begleiten. Zum anderen gleicht die Präsenz in verschiedenen Ländern wirtschaftliche Schwankungen aus und sorgt für noch mehr Stabilität. Nicht zuletzt können wir so auch den Fachkräftemangel abfedern und gleichzeitig unsere Projektabwicklung effizienter gestalten.
SpiraTec AG
Dieser Artikel erschien in SPS-MAGAZIN 13 (Dezember) 2025 - 15.12.25.Für weitere Artikel besuchen Sie www.sps-magazin.de