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Maschinen- und Anlagenbau warnt vor schlechter werdenden Standortbedingungen

Bild: Salome Roessler / lensandlight / VDMA e.V.Bild: Salome Roessler / lensandlight / VDMA e.V.
Porträtfotos und Interviewfotos des neuen Präsidiums des VDMA, aufgenommen am Donnerstag (10.19.2024) im RMCC in Wiesbaden. Foto: Salome Roessler / lensandlight

"Der Industriestandort Deutschland lebt von Innovationen. Und Innovationen finden nur dort statt, wo auch produziert wird. Der Maschinen- und Anlagenbau will seine Produktion im Heimatmarkt unbedingt erhalten - aber das geht nicht, wenn sich die Standortbedingungen kontinuierlich verschlechtern. Echte, tiefgreifende Reformen am Standort Deutschland sind unabdingbar, wenn wir verhindern wollen, dass immer mehr Forschung, Produktion und damit auch Innovation im Ausland stattfindet!" Mit diesem Appell an die Bundesregierung bewertete VDMA-Präsident Bertram Kawlath (Bild) die bisherige Arbeit der Koalition auf der Jahrespressekonferenz des Verbands und kritisierte dabei ausdrücklich die kürzlich wieder aufgeflammte Klassenkampfrhetorik von Teilen der SPD.

"Angesichts der Herausforderungen, vor denen wir alle stehen, ist die verbale Aufrüstung von Arbeitsministerin Bärbel Bas völlig unangemessen", sagte Kawlath. "Ihre Aussage verkennt, dass gerade die Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau als größter industrieller Arbeitgeber im Land, der gute Löhne bezahlt, eine wichtige gesellschaftliche und soziale Aufgabe meistern", betonte der VDMA-Präsident.

Deutschland sei für den Maschinen- und Anlagenbau immer noch der wichtigste Standort für die Zukunftsfähigkeit der Industrie, fügte der VDMA-Präsident hinzu. Laut einer Untersuchung des Verbands tätigen die zumeist mittelständischen Betriebe rund 84% ihrer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Inland. "Aber die Tendenz heißt leider: Die Unternehmen rechnen mit einer stärkeren Ausweitung ihrer Forschungs-Aufwendungen im Ausland als im Inland", ergänzte Kawlath. Das treffe vor allem auf große Unternehmen zu.

Die VDMA-Volkswirte rechnen für 2025 unverändert mit einem realen Produktionsminus von 5% im Vergleich zum Vorjahr, wobei die jüngsten Daten ein wenig Hoffnung auf einen besseren Wert machten. "Damit schrumpft die Produktion in unserer Industrie seit Anfang 2023, und das vierte Quartal 2025 dürfte das zwölfte Minusquartal in Folge sein", bilanzierte Kawlath. "Damit ist die Situation jetzt vergleichbar mit der schweren Rezession Anfang der Neunziger Jahre, als es 13 Minusquartale in Folge gab." Aktuell liege die Kapazitätsauslastung im Maschinenbau mit 78,3% unverändert deutlich unter dem mittleren Wert von gut 85%. Zwar hofften die Unternehmen auf eine leichte Besserung der Geschäftslage im kommenden Jahr; für 2026 bestätigten die VDMA-Volkswirte daher ihre Produktionsprognose von real plus 1%. "Aber auf diesem Niveau müsste der Zuwachs deutlich größer ausfallen, um von einer echten Wachstumsdynamik zu sprechen", sagte Kawlath.

Die schwierige Wirtschaftslage hinterlässt inzwischen auch immer deutlichere Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Mit etwas mehr als 1Mio. Beschäftigten im Inland in Betrieben mit mehr als 50 Menschen (September 2025) ist der Maschinen- und Anlagenbau zwar weiterhin der größte industrielle Arbeitgeber im Land. Und mit 190.000 Ingenieurinnen und Ingenieuren ist die Branche auch auf diesem Feld führend. Aber im Vergleich zum Vorjahr ist die Beschäftigung um 2,4% gesunken, während zugleich die Zahl der Kurzarbeitenden im August 2025 (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) um 27% auf 41.000 Menschen gestiegen war.

VDMA e.V.

Dieser Artikel erschien in SCHALTSCHRANKBAU Newsletter 49 2025 - 17.12.25.
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