Prozessautomatisierung in der Fertigung

Wie Agentic AI die industrielle Automatisierung erweitert

Robotic Process Automation (RPA) hat den Weg in die digitale Prozessoptimierung geebnet - vor allem bei standardisierten Aufgaben. Doch in der Produktion, wo Datenlücken und situative Entscheidungen Alltag sind, stößt sie an ihre Grenzen. Mit Agentic AI - also KI-Systeme, die agentenhaft agieren, ohne selbst AI Agents im technischen Sinn zu sein - werden die Möglichkeiten der Prozessautomatisierung erweitert.

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Agentic AI-Systeme können Daten analysieren, Muster erkennen, kontextbasiert entscheiden und lernen - ohne klassische Agentenarchitektur. Grundlage sind Technologien wie Large Language Models, Reinforcement Learning und multimodale Verarbeitung. In der Fertigung können agentisch agierende Module etwa Anomalien zwischen Temperatur- und Vibrationswerten erkennen und daraus Handlungsschritte ableiten. Sie stoßen automatisch Ersatzteilbestellungen an, koordinieren Wartungsfenster mit der Produktion oder initiieren vorbeugende Maßnahmen.

Agentic AI-Anwendungen bestehen meist aus spezialisierten Modulen, die über Schnittstellen kooperieren - allerdings ohne die Zielverfolgung und Kommunikationslogik klassischer Multiagentensysteme. Ein Modul erkennt etwa Produktionsabweichungen und übergibt die Daten zur Dokumentation, ein weiteres stößt automatisch die Nachprüfung an. Der Unterschied zu gängigen Automatisierungsansätzen: Agentic AI lässt sich modular in bestehende ERP-, MES- oder CRM-Systeme integrieren - und setzt Entscheidungen direkt operativ um.

Die Technologie markiert den nächsten Schritt: von regelbasierter Automatisierung hin zu kognitiver Prozessintelligenz. Produktionssysteme lassen sich so nicht nur steuern - sondern können sich selbst weiterentwickeln.

Genpact Deutschland GmbH

Dieser Artikel erscheint in www.it-production.com 2026 - 31.12.26.
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