Transformation bei der Moeschter Group
Nach MES-Rollout operativ stark aufgestellt
Eine Produktionsstätte zu transformieren, ist ein strategisches Vorhaben, bei dem heutzutage oft digitale Werkzeuge im Vordergrund stehen. Aber nicht nur das. Beim Spezialist für Hochleistungsmaterialien Moeschter veränderte die MES-Einführung die Fertigung grundlegend und machte sie wettbewerbsfähig.
Bild: Moeschter Group GmbHDrei Fragen an Georgios Kabitoglou, Geschäftsführer der Moeschter-Gruppe
Die Moeschter Group stellt Produkte aus technischer Keramik sowie Kunststoffe her. Seit 33 Jahren bedient die Firma anspruchsvolle Kundenanforderungen aus fast allen Branchen. Als Portfolio-Unternehmen des Finanzinvestors Hannover Finanz hat sich der Produzent viel vorgenommen: Mit dem unternehmerischen Ziel weltweiten Wachstums, waren Transformation und tiefgehende Veränderungen nötig. Digitalisierung ist dabei eines der großen Ziele, betont Geschäftsführer Georgios Kabitoglou: "In den vergangenen fünf Jahren haben wir die Transformation massiv vorangetrieben. Dafür initiierte ich das Transformationsprogramm Fit4Growth, mit dem wir alle Bereiche im Unternehmen beleuchtet und signifikante Digitalisierungs- und Optimierungsansätze identifiziert und umgesetzt haben."
Bild: Moeschter Group GmbHFundament für Wachstum
Die Digitalisierung sollte ein solides Fundament bilden, um profitabel zu skalieren und die Zukunft des Unternehmens als wettbewerbsfähiger kleiner Mittelständler zu sichern. Die Entscheidung, ein Manufacturing Execution System (MES) zu implementieren, trafen Geschäftsführung, Bereichs- und Abteilungsleiter im Rahmen des Transformationsprogramms gemeinsam. Es soll als die logische funktionelle Implementierung für die Produktion und die Basis für alle Ziele, KPIs und Optimierungen fungieren. Vor Projektstart prüfte die Moeschter Group das Angebot verschiedener Unternehmen. Schnell stand die Firma MPDV als Softwarelieferant fest. Deren MES Hydra X, die Advanced Planning and Scheduling-Anwendung Fedra und das Modul der KI-Fertigungssteuerung sollten zum Einsatz kommen. Aus dem Hydra X-Agebot wurden mApps (Manufacturing Apps) Resource-, Order- und Information-Management bezogen, hinzu kamen Fedra-Anwendungen der folgenden Kategorien:
- • Detailed Scheduling,
- • Advanced Resource Planning,
- • Advanced Scheduling & Optimization (inklusiv KI-Planung),
- • Advanced Process Modeling,
- • Workforce Planning.
Mit dem Start der Implementierung vereinbarten die Projektverantwortlichen von Moeschter und MPDV, die Komponenten zeitlich abgegrenzt in Betrieb zu nehmen. Die Maschinendatenerfassung begann im dritten und vierten Quartal 2021. Von Oktober 2023 an fand die Aufnahme der Betriebsdaten statt.
Bild: MPDV Mikrolab GmbHDer Projektverlauf
Die Implementierung begleiteten zwischen Projektvergabe und dem Go-Live zahlreiche Schulungen, Workshops und Unterstützung bei der Konfiguration. So ließ sich das System den Anforderungen und Erwartungen nach gezielt gestalten. Der Großteil davon wurde mit standardisierten Anwendungen des MES-Lieferanten umgesetzt. "Da ich ein großer Freund von Standardlösungen bin, hatten wir nur ein paar kundenindividuelle Anpassungen, die unser Geschäftsmodell gebraucht hat," erinnert sich Kabitoglou. Im Januar 2024 gingen die Systeme nach der mehrjährigen Implementierungsphase live. Die anschließende Hyper-Care-Phase war im April 2024 abgeschlossen.
Bild: Moeschter Group GmbHGreifbarer Wandel
Wenn in einem Unternehmen so viel verändert wird, sind die Menschen und die Koordination des Projektes die größten Herausforderungen, schildert Kabitoglou. Deshalb wurde Change Management als fester Bestandteil des Transformationsprogramms definiert eingeplant. Es sollte die Veränderungen für Mitarbeitende transparent und nachvollziehbar machen. Der Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung war Kommunikation, Transparenz und Kontrolle, so der Geschäftsführer weiter. Übergeordnete Projektziele, ergänzt durch intensive Schulungen, wurden auf allen Ebenen dargestellt, einschließlich Human Ressources und Shopfloor. Die Führungsverantwortung lag beim Geschäftsführer selbst. Während der gesamten Transformationsphase agierte er als Chief Transformation Officer (CTO) und Projektleiter.
Bild: Moeschter Group GmbHDas Ergebnis
Obwohl die Implementierung nach Auffassung des Geschäftsführers herausfordernd war und es Phasen gab, in denen es stockte, was in einem komplexen Projekt normal sei, ist sein Fazit heute durchweg positiv. Die Wirkung zeigt sich laut Kabitoglou bei den Mitarbeitenden, die in einem modernen Umfeld arbeiten, motivierter sind und strategischer agieren, beim Unternehmen, das wettbewerbsfähiger geworden ist, sowie bei den Kunden, die die Transformation honorieren und Folgeaufträge platzieren.
Operativ gestärkt trotz weltweiter Krisen
Vanessa Förster, Bereichsleitung Operations bei der Moeschter Group ergänzt: "Mit Hydra und Fedra haben wir Werkzeuge, die uns nicht nur bei der qualifikationsgerechten Ressourcennutzung unterstützen, sondern auch unsere Terminplanung auf ein neues Niveau heben. Die Kombination aus guter Datenqualität und intelligenter Planung hat unsere Liefertermintreue nachhaltig verbessert." Die Moeschter Group hat dem Geschäftsführer zufolge sein größtes Investitions- und Transformationsprogramm in ihrer gesamten Unternehmensgeschichte erfolgreich abgeschlossen. Bemerkenswert daran sei, dass dies in einer der schwierigsten Nachkriegsphasen Deutschlands erfolgte, die von globalen Herausforderungen wie der Pandemie, Inflation, Kriegen, Lieferkettenkollaps und hohen Energiekosten geprägt war. Dennoch glaube er, dass derartige Krisenzeiten aktiv für die Vorbereitung auf den Turnaround und die nachfolgende Zeit genutzt werden sollten. Nur durch eine vorausschauende Strategie könne die Welle frühzeitig erwischt werden und ein Unternehmen gestärkt aus einer Krise hervorgehen.
Eine Produktionsstätte zu transformieren, ist ein strategisches Vorhaben, bei dem heutzutage oft digitale Werkzeuge im Vordergrund stehen. Aber nicht nur das. Beim Spezialist für Hochleistungsmaterialien Moeschter veränderte die MES-Einführung die Fertigung grundlegend und machte sie wettbewerbsfähig.
Bild: Moeschter Group GmbHDrei Fragen an Georgios Kabitoglou, Geschäftsführer der Moeschter-Gruppe
Die Moeschter Group stellt Produkte aus technischer Keramik sowie Kunststoffe her. Seit 33 Jahren bedient die Firma anspruchsvolle Kundenanforderungen aus fast allen Branchen. Als Portfolio-Unternehmen des Finanzinvestors Hannover Finanz hat sich der Produzent viel vorgenommen: Mit dem unternehmerischen Ziel weltweiten Wachstums, waren Transformation und tiefgehende Veränderungen nötig. Digitalisierung ist dabei eines der großen Ziele, betont Geschäftsführer Georgios Kabitoglou: "In den vergangenen fünf Jahren haben wir die Transformation massiv vorangetrieben. Dafür initiierte ich das Transformationsprogramm Fit4Growth, mit dem wir alle Bereiche im Unternehmen beleuchtet und signifikante Digitalisierungs- und Optimierungsansätze identifiziert und umgesetzt haben."
MPDV Mikrolab GmbH
Dieser Artikel erschien in IT&Production 2 (März) 2026 - 05.03.26.Für weitere Artikel besuchen Sie www.it-production.com