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PC-based Control treibt Digitalisierung im Werkzeugmaschinenbau voran

Durchgängig digital vom Modell zur Maschine

Werkzeugmaschinen sind das Rückgrat industrieller Fertigung - und ihre Leistungsfähigkeit hängt zunehmend von der Qualität der eingesetzten Steuerungstechnik ab. Wer CNC-Systeme heute entwickelt, steht vor der Herausforderung, Echtzeitanforderungen, Digitalisierungsstrategien und wachsende Datenmengen unter einen Hut zu bringen. Shenyang CASNC Technology zeigt, wie sich das mit einer durchgängigen, PC-basierten Steuerungsplattform umsetzen lässt - und warum offene Software-Architekturen dabei den entscheidenden Unterschied machen.

Bild: CASNC TechnologyBild: CASNC Technology
Mit Twincat 3 von Beckhoff treibt CASNC Technology die Digitalisierung und Virtualisierung seiner Werkzeugmaschinen voran.

Shenyang CASNC Technology hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von CNC-Systemen, Servoantrieben, Robotersteuerungen sowie digitalisierter Fertigungstechnik spezialisiert. Ergebnis sind unter anderem 5-achsige Bearbeitungszentren. Für die durchgängige Nutzung von Sensoren, Datenerfassungssystemen und Netzwerkkommunikationstechnologien setzt das Unternehmen auf die Automatisierungssoftware Twincat 3 von Beckhoff, um Betriebsstatus, Verfahrensabläufe und Maschinenzustände von Werkzeugmaschinen in Echtzeit überwachen und analysieren zu können.

Ein zentrales Argument für Twincat ist die Unterstützung von Standardprogrammiersprachen nach IEC61131-3, was mit den etablierten Debugging-Praktiken der Anwender übereinstimmt. Daneben profitiert CASNC Technology von den Digitalisierungs- und Virtualisierungsmöglichkeiten der Plattform. Matlab und MapleSim bieten grafische Designumgebungen zur Modellierung komplexer Systeme. Mit Twincat 3 Target for FMI lassen sich die aus MapleSim exportierten Modelle direkt in der Entwicklungsumgebung XAE ausführen. Von Twincat 3 NC I interpolierte Positionsbefehle werden dabei in das Modell eingespeist, das seinerseits Spannungs- und Stromdaten ausgibt. Über Twincat 3 ADS wird die tatsächliche Position der Werkzeugmaschinenbewegung dynamisch in der Schnittstelle angezeigt. Das ermöglicht Hardware-in-the-Loop (HIL)-Simulationen und digitale Zwillinge ohne physische Objekte - und erlaubt eine frühzeitige Bewertung von Bahnplanung und Fräseffizienz.

Die Grundlage dafür ist eine offene Software-Plattform. Twincat bietet durch die Integration in Visual Studio sowie einen eigenen Echtzeitbetriebskern inhärente Vorteile. In der Projektentwicklungsphase lassen sich ECAD-Tools über Twincat 3 XCAD Interface einbinden, um Daten direkt in die Twincat-PLC zu importieren. Das reduziert Schnittstellenfehler zwischen Hard- und Software und steigert die Programmiereffizienz. Für die Codequalität steht Twincat 3 PLC Static Analysis zur Verfügung, das Mehrdeutigkeiten im Quellcode identifiziert. Twincat 3 PLC Profiler analysiert das Laufzeitverhalten von PLC-Projekten und ermöglicht die Identifikation zeitintensiver Programmsegmente. Twincat 3 Realtime Monitor wiederum eignet sich zur Diagnose und Verbesserung des Zeitverhaltens bei Mehrkern- und Multitasking-Programmen. Mit Twincat 3 Scope View lassen sich Daten mit Zeitstempeln erfassen und als XY-, YT- oder XYZ-Diagramme darstellen - einschließlich ereignisgesteuerter Aufzeichnungen.

Twincat 3 Ethercat Simulation ermöglicht virtuelles Debugging ohne reale Hardware. Unterstützt werden neben grundlegenden PDOs auch Funktionen für CoE, SoE, AoE und verteilte Uhren; darüber hinaus lassen sich Fehler simulieren, um entsprechende Mechanismen und Code zu testen. Twincat 3 Interface for Inventor ermöglicht die interaktive Verbindung zu 3D-CAD-Systemen. Für MIL-, HIL- und SIL-Simulationen stehen Twincat 3 Target for Simulink, for Matlab, for Embedded Coder sowie for Matlab and Simulink bereit.

Im konkreten Kooperationsprojekt wurden über Twincat 3 Target for FMI Modelle der Werkzeugmaschinenachsen aus MapleSim in Twincat 3 exportiert. Die Modelle erfassen Ausgangspositionen aus dem Beckhoff-Interpolationsalgorithmus, der Positionssignale intern in Strom- und Spannungssignale umwandelt. Durch Simulation von Trägheit und weiteren Lastfaktoren berechnet der Algorithmus die erreichbare Geschwindigkeit und Position der jeweiligen Achse. Diese wird dann an eine Host-Software zur Darstellung der tatsächlichen Motorposition übermittelt. Die Kommunikation erfolgt über ADS mit Latenzen im Millisekundenbereich. In neuen Projekten werden zusätzlich Vibrationssensoren eingebunden, deren Daten mittels eigens entwickelter Algorithmen für vorausschauende Wartung und Lebenszyklusmanagement genutzt werden.

Beckhoff Automation GmbH & Co. KG

Dieser Artikel erschien in SPS-MAGAZIN 2 (März) 2026 - 12.03.26.
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