Die Vielfalt branchenspezifischer Anforderungen meistern
Mit MES zur Operational Intelligence
Manufacturing Execution Systems gibt es viele, doch ihr Nutzen hängt stark von der Branchenorientierung ab. Während einige Sparten auf Fertigungsleistung und dynamisches Scheduling fokussieren, konzentrieren sich andere stärker auf Rückverfolgbarkeit und Compliance. Allen gemeinsam ist der Wunsch nach Effizienz und Qualität in den Betriebsabläufen. Den Weg dorthin eröffnet Operational Intelligence.
Bild: ©metamorworks/stock.adobe.comOperational Intelligence (OI) steht für die Erfassung, Auswertung und Analyse von Betriebsdaten in Echtzeit und aus dem gesamten Unternehmen. Ziel ist, Systemzustände jederzeit festzustellen und früh auf Veränderungen reagieren zu können. Ein Manufacturing Execution System (MES) ist dafür der zentrale Datenlieferant. Damit kommt ihm eine entscheidende Rolle im Betrieb zu, denn produzierende Unternehmen bewegen sich in einem zunehmend datengesteuerten Umfeld.
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Bild: ©metamorworks/stock.adobe.comProzesse unterscheiden sich, MES auch
Mit MES lassen sich der Output erhöhen und Ausschuss sowie Abfall vermeiden. Zudem helfen die Systeme über eine Rückverfolgbarkeit von Serien und Chargen die Compliance sicherzustellen. Und wenn die Kunden des Produzenten neben fehlerfreien Produkten auch noch jederzeit Einblick in den Bestellstatus erhalten, trägt dies zur Kundenzufriedenheit bei. Wer sich jedoch mit den Abläufen in der Industrie genauer befasst, weiß: Jede Branche hat mit ganz besonderen Herausforderungen zu kämpfen. Und diese gilt es mit einem MES präzise zu adressieren.
Bild: Elisa Industriq Germany GmbHKonventionelle Fertigung versus Halbleiterproduktion
In vielen Produktionsbetrieben dreht es sich primär um makroskopische Optimierung. Ihre Herausforderungen liegen typischerweise in variablen Zykluszeiten, Personalplanung und Batch-Wechseln. Diese lassen sich durch Factory-Scheduling-Module, Produktionssteuerung, Echtzeit-Dashboards und ERP-Schnittstellen bewältigen. Toleranzen von einem Millimeter und Produktionszyklen von Stunden bis Tagen sind hier nicht ungewöhnlich.
Im Gegensatz dazu hängen die Resultate der Halbleiter- und High-Tech-Industrie von mikroskopischer Präzision ab. Hier geht es um Inline-SPC (Statistical Process Control) für Schichtdicken von 0,5 Nanometern, Yield-Raten pro Wafer über 99,5 Prozent und Ansätze, die physische Tests minimieren. Produktionszyklen dauern Sekunden, Toleranzen liegen im Nanometerbereich. Fertigungs-MES von der Stange stoßen hier mit ihren Reaktionszeiten an Grenzen, da ihnen spezialisierte SPC-Engines und Sub-Nanometer-Traceability fehlen.
Gleichzeitig bietet diese Präzision enormes Potenzial - etwa für Automobilzulieferer oder Medizintechnikhersteller. Wer seine Produktqualität minutiös trackt und verbessert, reduziert Ausschuss und damit Kosten.
Bild: ©eakgrungenerd/stock.adobe.comVon Daten zu vernetztem Wissen
Als Reaktion auf die aktuellen Herausforderungen in der Fertigung sollte MES mit KI-gestützter Operational Intelligence heute breiter gedacht werden. Mehrere Datenquellen - von der Lieferkette über den Shopfloor bis hin zum Lager - lassen sich einbeziehen und so Datensilos auflösen. Die entstehende Transparenz in den Betriebsabläufen kann dann eine frühe Erkennung von Anomalien, die Optimierung von Prozessen und schnelle Reaktionen auf Veränderungen ermöglichen.
Rückgrat der Operational Intelligence
Ein MES fungiert als Gehirn des Shopfloors, indem es Echtzeitdaten von Maschinen sowie Prozessen erfasst und zugänglich macht. Das funktioniert umso besser, je passgenauer das MES die Prozesse im Unternehmen abbilden kann. Und das ist keine reine Technologiefrage, sondern erfordert tiefes Branchen-Knowhow. Ein Verständnis von Gemeinsamkeiten und Unterschieden erlaubt den Transfer bewährter Ansätze, ohne das Rad neu erfinden zu müssen. So lässt sich ein in der Halbleiterindustrie etabliertes System für Recipe Management auf die Kunststoff- und Kautschukverarbeitung übertragen. Dort gibt es ebenfalls einen Bedarf an Standardisierung von komplexen, stark parameterabhängigen Prozessen mit vielen Material- und Produktvarianten. Ein zentrales Rezeptmanagement hilft, die Vielzahl an Ausprägungen fehlerfrei zu meistern und reproduzierbare Qualität über Linien sowie Werke hinweg zu sichern. In Verbindung mit vor- und nachgelagerten Prozessen wie Demand Management oder Lagerverwaltung entwickelt sich das klassische MES weiter - vom Ausführungs- und Rückmeldesystem zum Rückgrat der Operational Intelligence und damit einer kontinuierlichen Verbesserung.
Manufacturing Execution Systems gibt es viele, doch ihr Nutzen hängt stark von der Branchenorientierung ab. Während einige Sparten auf Fertigungsleistung und dynamisches Scheduling fokussieren, konzentrieren sich andere stärker auf Rückverfolgbarkeit und Compliance. Allen gemeinsam ist der Wunsch nach Effizienz und Qualität in den Betriebsabläufen. Den Weg dorthin eröffnet Operational Intelligence.
Bild: ©metamorworks/stock.adobe.comOperational Intelligence (OI) steht für die Erfassung, Auswertung und Analyse von Betriebsdaten in Echtzeit und aus dem gesamten Unternehmen. Ziel ist, Systemzustände jederzeit festzustellen und früh auf Veränderungen reagieren zu können. Ein Manufacturing Execution System (MES) ist dafür der zentrale Datenlieferant. Damit kommt ihm eine entscheidende Rolle im Betrieb zu, denn produzierende Unternehmen bewegen sich in einem zunehmend datengesteuerten Umfeld.
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Elisa Industriq Germany GmbH
Dieser Artikel erschien in IT&Production MES Wissen Kompakt 2026 - 08.04.26.Für weitere Artikel besuchen Sie www.it-production.com