Herausforderungen beim Muting in der Praxis

Wenn Sicherheit zur Schwachstelle wird

Muting ermöglicht es, die Sicherheitsfunktion an Maschinen oder Anlagen vorübergehend zu überbrücken, damit Material durch Schutzeinrichtungen wie Lichtvorhänge oder Laserscanner ein- oder ausgeschleust werden kann, ohne den Produktionsprozess zu unterbrechen. Die Sicherheit für Personen muss dabei jederzeit gewährleistet bleiben. In der Praxis stoßen Muting-Applikationen jedoch immer wieder an Grenzen: Fehlbedienung und Manipulation sind möglich. In solchen Fällen sind alternative Sicherheitskonzepte gefragt.

Bild: Leuze Electronic GmbH+Co.KGBild: Leuze Electronic GmbH+Co.KG
Zu großer Abstand beim Muting: Eine Person kann hier neben dem Fördergut unbemerkt in den Gefahrenbereich gelangen.

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Muting auf Palette

In der industriellen Automatisierung kommen verschiedene Muting-Arten zum Einsatz: 2-Sensor-, 4-Sensor-, zeitgesteuerte oder sequenzgesteuerte Verfahren. Die internationale Norm DIN EN IEC62046 regelt die Anforderungen an Ein- und Ausschleusstationen mit Muting und schreibt insbesondere vor:

  • • Muting muss mindestens über zwei voneinander unabhängige Überbrückungssignale aktiviert werden
  • • Muting muss Schutz gegenüber vorhersehbarer Fehlbedienung oder Manipulation bieten

Die Norm definiert so klare Anforderungen für die Umsetzung von Muting-Anwendungen. In der Praxis werden diese jedoch nicht immer vollständig eingehalten - sei es, weil die spezifischen Applikationsanforderungen nicht in allen Details bekannt sind und dadurch von realen Situationen abweichen, oder weil zugunsten einer hohen Prozessstabilität bewusst riskante Kompromisse eingegangen werden. Das Ergebnis: Sicherheitsfunktionen verlieren ihre Wirksamkeit, Manipulationen oder Fehlbedienungen werden begünstigt. Für Betreiber bedeutet das ein unbewusst erhöhtes Haftungsrisiko und potenziell gravierende Folgen für die Arbeitssicherheit der Mitarbeiter.

Leuze electronic GmbH+Co.KG

Dieser Artikel erschien in SPS-MAGAZIN 3 (HMI) 2026 - 07.04.26.
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