Spannungsqualität als Schlüssel für resiliente Energienetze
Qualitätsfrage
Der Energy Day von Janitza am 29. Januar rückte das oft unterschätzte Thema Spannungsqualität in den Fokus und zeigte: Die Anforderungen an eine stabile Spannungsqualität nehmen weiter zu. An dem sechsten Event dieser Art in Folge nahmen rund 1.100 Personen online sowie 100 vor Ort in Dreieich teil.
Bild: Janitza Electronics GmbHUnter dem Motto 'Stabile Netze: Resilienz für Energie im Wandel' versammelte der Janitza Energy Day 2026 Fachleute aus Energiewirtschaft, Industrie und Technik, um aktuelle Herausforderungen der Spannungsqualität zu diskutieren. Den Auftakt bildete ein Impulsvortrag von Autor Frank Schätzing, der die Dringlichkeit des Handelns betonte: "Die Auswirkungen des Klimawandels treten immer drastischer zutage - die technischen Mittel, um ihn aufzuhalten, gibt es.
Bild: Janitza Electronics GmbH
Wachsende Komplexität der Netze
Katrin Müller, Produktmanagerin bei Janitza, legte die Grundlagen: Abweichungen von der idealen Spannungsversorgung - Transienten, Spannungseinbrüche, Oberschwingungen und Frequenzschwankungen - bringen jeweils eigene Herausforderungen mit sich. In der anschließenden Diskussionsrunde brachte Harald Weinert von der Mercedes-Benz Group die Lage auf den Punkt: "Es ist verrückt, wie schnell sich die Netze verändern - und dass sich manche Phänomene heute selbst für erfahrene Elektroingenieure nicht mehr ohne Weiteres erklären lassen." Henning Karl von Enervie Vernetzt betonte, dass Netzbetreiber die Niederspannungsnetze stärker digitalisieren müssen.
Bild: Janitza Electronics GmbHUrsachen erkennen, Lösungen umsetzen
Im zweiten Block standen konkrete Anwendungsfälle im Fokus. Frank Müller von Perfekte Netze schilderte einen Fall in einem sanierten Gebäude, in dem fünf modular erweiterbare Netzanalysatoren UMG 96-PQ-L zur Ursachenfindung eingesetzt wurden. Da eine klassische Filterlösung nicht geeignet war, kam der impedanzgeführte aktive Filter SIM-N zum Einsatz, der sich netzseitig wie eine passive Lösung verhält. Marcus Keimling von der Fraport AG berichtete, warum sein Unternehmen von punktuellen Messungen zu einer flächendeckenden Spannungsqualitätsüberwachung übergegangen ist: Die 5. und 7. Harmonische störten empfindliche Technik und belasteten Transformatoren. Tilmann Barth von Eskap ergänzte, dass bereits geringe Pegel hochfrequenter Oberschwingungen erhebliche Auswirkungen haben können - jedes Netz besitzt eigene Resonanzstellen, deren Frequenz von der Netzkapazität abhängt.
Regulierung, Rechenzentren und Gleichstrom
Dr. Lisa Just vom Energiewirtschaftlichen Institut der Universität zu Köln präsentierte Ergebnisse des Forschungsprojekts Quirinus Control: Zwar wird die Versorgungsqualität erfasst, Spannungsqualität ist jedoch nicht Teil der Anreizregulierung - belastbare, repräsentative Daten fehlen weitgehend. Jens Dittrich von DVT Consulting beleuchtete die Rechenzentrumsbranche: Neben elektrischer Verfügbarkeit gemäß EN50600 rücken Effizienzkennzahlen wie DesignPUE, pPUE und iPUE zunehmend in den Vordergrund. Winfried Möll von der Euskirchener Baugesellschaft stellte Gleichstromnetze als zukunftsweisende Lösung vor: Sie bieten geringere Umwandlungsverluste, reduzierten Materialeinsatz und praktisch keine Blindleistungsverluste - konkret umgesetzt im Projekt 'Quartier alter Schlachthof' in Euskirchen, Baubeginn Mitte 2026. Die Veranstaltung schloss mit vier praxisnahen digitalen Workshops zu Netzphänomenen, rechtlichen Pflichten, Spannungsqualität in Rechenzentren sowie der Umsetzung von § 14a EnWG im Niederspannungsnetz.
Der Energy Day von Janitza am 29. Januar rückte das oft unterschätzte Thema Spannungsqualität in den Fokus und zeigte: Die Anforderungen an eine stabile Spannungsqualität nehmen weiter zu. An dem sechsten Event dieser Art in Folge nahmen rund 1.100 Personen online sowie 100 vor Ort in Dreieich teil.
Bild: Janitza Electronics GmbHUnter dem Motto 'Stabile Netze: Resilienz für Energie im Wandel' versammelte der Janitza Energy Day 2026 Fachleute aus Energiewirtschaft, Industrie und Technik, um aktuelle Herausforderungen der Spannungsqualität zu diskutieren. Den Auftakt bildete ein Impulsvortrag von Autor Frank Schätzing, der die Dringlichkeit des Handelns betonte: "Die Auswirkungen des Klimawandels treten immer drastischer zutage - die technischen Mittel, um ihn aufzuhalten, gibt es.
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Wachsende Komplexität der Netze
Katrin Müller, Produktmanagerin bei Janitza, legte die Grundlagen: Abweichungen von der idealen Spannungsversorgung - Transienten, Spannungseinbrüche, Oberschwingungen und Frequenzschwankungen - bringen jeweils eigene Herausforderungen mit sich. In der anschließenden Diskussionsrunde brachte Harald Weinert von der Mercedes-Benz Group die Lage auf den Punkt: "Es ist verrückt, wie schnell sich die Netze verändern - und dass sich manche Phänomene heute selbst für erfahrene Elektroingenieure nicht mehr ohne Weiteres erklären lassen." Henning Karl von Enervie Vernetzt betonte, dass Netzbetreiber die Niederspannungsnetze stärker digitalisieren müssen.
Janitza electronics GmbH
Dieser Artikel erschien in SCHALTSCHRANKBAU 3 (April) 2026 - 13.04.26.Für weitere Artikel besuchen Sie www.schaltschrankbau-magazin.de