SIL3 auf dem Touchscreen

Funktionale Sicherheit mit moderner HMI-Technologie verbinden

In sicherheitskritischen Anlagen dominieren bis heute fest verdrahtete Taster, Schalter und Meldeleuchten. Sie gelten als zuverlässig, stoßen jedoch bei Ergonomie, Benutzerführung und Flexibilität an Grenzen. Neue TFT-basierte Bedien- und Anzeigesysteme verbinden funktionale Sicherheit bis SIL3 mit den Vorteilen moderner HMI-Konzepte und eröffnen damit neue Möglichkeiten für einen sicheren Anlagenbetrieb.

Bild: Deuta-Werke GmbHBild: Deuta-Werke GmbH
In der industrietauglichen Variante des IconTrust HMIs werden die SIL-Taster und SIL-Leuchtmelder einfach über einen Webbrowser programmiert.

Digitale Safety-HMI für die Prozessindustrie

Mit IconTrust HMI steht erstmals eine nach IEC61508 zertifizierte Safety-HMI-Lösung für die Prozessindustrie zur Verfügung. Das Systemunterstützt sicherheitsgerichtete Anzeigen bis SIL3 und Eingaben bis SIL2. Änderungen an Layout oder Prozessvarianten erfolgen per Konfiguration statt Neuverdrahtung. Typische Anwendungen sind Alarmpanels, Betriebsarten-,Rezeptur- und Chargenauswahl sowie geführte Bedienabläufe über Profinet/Profisafe.

Praxisbeispiel Betriebsartenwechsel

Soll ein Reaktor von der Produktion in den Reinigungs- oder Wartungsmodus wechseln, müssen häufig bestimmte Prozessbedingungen erfüllt sein. Eine Safety-HMI zeigt die zulässigen Übergänge übersichtlich an und überwacht die erforderlichen Voraussetzungen. Erst danach kann der Bediener den Moduswechsel ausführen. Das reduziert das Risiko von Fehlbedienungen und erhöht die Transparenz gegenüber herkömmlichen Lösungen mit Wahlschaltern, Kontrollleuchten und Arbeitsanweisungen.

Praxisbeispiel Betriebsartenwechsel

Soll ein Reaktor von der Produktion in den Reinigungs- oder Wartungsmodus wechseln, müssen häufig bestimmte Prozessbedingungen erfüllt sein. Eine Safety-HMI zeigt die zulässigen Übergänge übersichtlich an und überwacht die erforderlichen Voraussetzungen. Erst danach kann der Bediener den Moduswechsel ausführen. Das reduziert das Risiko von Fehlbedienungen und erhöht die Transparenz gegenüber herkömmlichen Lösungen mit Wahlschaltern, Kontrollleuchten und Arbeitsanweisungen.

In der Prozessindustrie spielen Mensch-Maschine-Schnittstellen eine zentrale Rolle für den sicheren Anlagenbetrieb. Viele Sicherheitsfunktionen werden jedoch noch immer über fest verdrahtete Leuchten, Taster und Wahlschalter realisiert. Diese Architektur bietet zwar ein deterministisches Verhalten und hohe Diagnoseabdeckung, bringt aber auch Nachteile mit sich. Alle Bedienelemente sind dauerhaft sichtbar, unabhängig vom aktuellen Anlagenzustand. Bediener müssen selbst entscheiden, welche Informationen relevant sind. Komplexe Zustände werden häufig über wenige Signale dargestellt, wodurch Interpretationsspielräume entstehen. Gleichzeitig lassen sich moderne Konzepte wie dynamische Benutzerführung, rollenbasierte Bedienung oder geführte Arbeitsabläufe kaum umsetzen.

Moderne TFT-basierte HMIs bieten hier deutliche Vorteile. Sie können Informationen kontextbezogen darstellen, den Bediener gezielt unterstützen und die Oberfläche an Anlagenzustand sowie Benutzerrolle anpassen. In sicherheitskritischen Anwendungen war ihr Einsatz bislang jedoch begrenzt, da die Anforderungen an SIL3, Diagnoseabdeckung und Fehlersicherheit nur schwer realisierbar waren.

DEUTA-Werke GmbH

Dieser Artikel erschien in SPS-MAGAZIN 7 + 8 (Juli) 2026 - 24.07.26.
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