Interview mit Raymond Kok, CEO von Mendix

"KI verlagert den Entwicklungsprozess von Software"

Raymond Kok ist seit Februar 2024 CEO von Mendix, einem Siemens-Unternehmen. In einem schriftlich geführten Interview mit der IT&Production schildert er, wie sich Low-Code und No-Code in den vergangenen 20 Jahren verändert haben und welche Rolle künstliche Intelligenz für die Zukunft dieser Software-Kategorien spielen wird.

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Herr Kok, Mendix feierte kürzlich sein 20-jähriges Bestehen. Wie haben sich Low-Code und No-Code-Entwicklung in dieser Zeit verändert?

Raymond Kok: Das Gründungsprinzip von Mendix - die Überbrückung der Kluft zwischen Fachbereichen und IT - ist heute genauso wichtig wie vor 20 Jahren. Doch die Kluft, die wir überbrücken, hat sich verändert. Low-Code hat sich von einem Nischenansatz in der Entwicklung zur Grundlage für das agentenbasierte Unternehmen entwickelt. Anfangs lag der Schwerpunkt hauptsächlich darauf, Business und IT näher zusammenzubringen und die individuelle Automatisierung voranzutreiben. Mit der zunehmenden Reife der Technologie ebnete sie den Weg für das Konzept der 'Fusion Teams', also kollaborativen Teams die Fachwissen und technische Umsetzung vereinen. Low-Code-Plattformen unterstützen diese Teams dabei, Ideen durch visuelle Entwicklung und wiederverwendbare Komponenten schneller in Anwendungen umzusetzen, die Produktivität zu steigern, Altsysteme zu modernisieren und komplexe Geschäftsprozesse zu optimieren. Heute setzt sich diese Entwicklung fort, während wir uns von der Vernetzung menschlicher Teams hin zur Koordination einer hybriden Belegschaft aus Menschen und KI-Agenten bewegen und eine unternehmensweite, skalierbare digitale Transformation vorantreiben. Über die reine Vernetzung von Abteilungen hinaus besteht die neue Herausforderung nun darin, menschliche Intelligenz mit agentischer Autonomie zu verbinden.

Mendix Technology BV

Dieser Artikel erschien in IT&Production KI Wissen Kompakt 2026 - 07.09.26.
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